wenn wir am anfang des urknalls angefangen hätten die zahl pi zu berechnen würde man heute auf ein ende kommen?
Kurz gesagt: Nein. Selbst wenn man seit dem Urknall ununterbrochen π berechnet hätte, wäre man niemals bei einem Ende angekommen — weil es kein Ende gibt.
Warum nicht?
π ist eine irrationale Zahl.
Das bedeutet:
- Die Dezimaldarstellung endet nie.
- Sie wird nie periodisch.
- Es gibt keine „letzte“ Nachkommastelle.
Mathematisch heißt das:π=3,1415926535…
und die Punkte hören niemals auf.
Selbst mit kosmischer Rechenleistung?
Schauen wir es physikalisch an:
- Das Universum ist etwa 13,8 Milliarden Jahre alt.
- Selbst wenn man seit dem Urknall jede Sekunde Milliarden Milliarden Stellen berechnet hätte,
- hätte man heute nur eine endliche Anzahl an Stellen.
Aber:
Eine endliche Zeit + eine endliche Rechengeschwindigkeit = immer nur endlich viele Stellen.
Und da π unendlich viele besitzt, kann man nie „fertig“ werden.
Tieferer Gedanke 🧠
Hier kommt etwas Faszinierendes:
- Jede konkrete Berechnung liefert nur endlich viele Stellen.
- Aber die Zahl selbst ist als mathematisches Objekt vollständig definiert.
- Das „Unendliche“ existiert hier nicht als Prozess, sondern als Eigenschaft.
Warum heißt die Zahl pi so?
Das Zeichen π ist der griechische Buchstabe Pi.
Er wurde gewählt, weil er zum griechischen Wort passt:
- περίμετρος (perímetron) = Umfang
- περιφέρεια (periphéreia) = Rand / Umfang
Da π das Verhältnis von Umfang eines Kreises zum Durchmesser beschreibt, war der Anfangsbuchstabe naheliegend.
Wer hat das eingeführt?
- 1706 verwendete der walisische Mathematiker
William Jones
erstmals systematisch das Symbol π für diese Zahl. - Berühmt und verbreitet wurde es dann durch
Leonhard Euler
im 18. Jahrhundert. Danach setzte es sich international durch.
Vorher hatte die Zahl kein einheitliches Symbol — man beschrieb sie nur als Verhältnis von Umfang zu Durchmesser.
Und davor?
Schon Archimedes berechnete im 3. Jahrhundert v. Chr. sehr gute Näherungen,
aber ein eigenes Symbol dafür gab es noch nicht.
Kurz gesagt:
Die Zahl heißt π,
weil man im 18. Jahrhundert den griechischen Anfangsbuchstaben von „Umfang“ dafür gewählt hat —
und Euler machte ihn weltweit berühmt.
Könnte man mit unendlicher rechneleistung die zahl pi berechnen?
Kurzantwort: Ja – aber nur im theoretischen Sinn.
Mit unendlicher Rechenleistung könnte man jede einzelne Stelle von π berechnen.
Aber man würde trotzdem nie „fertig“ sein, weil π unendlich viele Stellen hat.
Warum ist das so?
- π ist irrational → unendlich viele, nicht periodische Nachkommastellen.
- Jede konkrete Berechnung liefert immer nur endlich viele Stellen.
- Selbst ein Rechner mit unbegrenzter Geschwindigkeit müsste unendlich lange laufen, um alle Stellen auszurechnen.
Unendliche Rechenleistung bedeutet:
- Du kannst für jede gewünschte Stelle n die n-te Dezimalstelle berechnen.
- Aber es gibt kein letztes nnn.
Ein Gedankenexperiment 🧠
Stell dir vor, du hättest einen „Gott-Computer“:
- Er kann in null Zeit jede gewünschte Stelle berechnen.
- Du fragst: „Gib mir die Milliardste Stelle“ → sofort da.
- „Die Billionste?“ → sofort da.
Aber wenn du fragst:
„Gib mir die letzte Stelle von π“
Dann ist die Antwort:
Es gibt keine.
Was ist π eigentlich nochmal?

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π ist das Verhältnis von Kreisumfang zu Durchmesser – bei jedem Kreis gleich.
Die Unendlichkeit steckt also nicht in der Rechenleistung,
sondern in der Natur der Zahl selbst.
Noch tiefer gedacht
Es gibt einen Unterschied zwischen:
- „Alle Stellen berechnen“ (unmöglich, weil unendlich viele)
- „Für jede beliebige Stelle eine Methode haben“ (das geht!)
Mathematisch existiert π vollständig als exakt definierte Zahl –
auch wenn ihre Dezimaldarstellung niemals endet.
bedeutet die unendlichkeit von pi das man den kreis nicht quadratieren kann?
Sehr gute Frage — und hier wird es richtig spannend 😊
Kurz gesagt:
Nicht direkt wegen der Unendlichkeit der Nachkommastellen,
sondern weil π eine ganz bestimmte Eigenschaft hat: Es ist transzendental.
Und genau deshalb kann man den Kreis nicht quadratieren.
Was bedeutet „Quadratur des Kreises“?

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Die Aufgabe lautet:
Konstruiere mit Zirkel und Lineal ein Quadrat, das genau die gleiche Fläche hat wie ein gegebener Kreis.
Das Problem beschäftigte Mathematiker über 2000 Jahre — schon im antiken Griechenland.
Wo kommt π ins Spiel?
Die Fläche eines Kreises ist:A=πr2
Ein Quadrat mit gleicher Fläche müsste also Seitenlänge haben:s=rπ
Das heißt:
Um den Kreis zu quadratieren, müsste man π\sqrt{\pi}π mit Zirkel und Lineal konstruieren können.
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt
Mit Zirkel und Lineal kann man nur Zahlen konstruieren, die
- aus rationalen Zahlen entstehen
- durch endlich viele Additionen, Subtraktionen, Multiplikationen, Divisionen
- und Quadratwurzeln
Solche Zahlen nennt man algebraisch.
Aber:π ist transzendental
Das wurde 1882 von
Ferdinand von Lindemann
bewiesen.
Transzendental bedeutet:
π ist nicht Lösung irgendeiner Polynomgleichung mit ganzzahligen Koeffizienten.
Und daraus folgt:
👉 π (und damit √π) ist nicht konstruierbar.
👉 Also ist die Quadratur des Kreises unmöglich.
Wichtig: Was hat die Unendlichkeit damit zu tun?
Viele Zahlen mit unendlich vielen Nachkommastellen kann man konstruieren.
Beispiel:2=1,4142135…
Die hat auch unendlich viele Stellen —
aber sie ist algebraisch → also konstruierbar.
Die Unendlichkeit allein ist also nicht der Grund.
Der wahre Grund ist:
π ist transzendental.

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